Ausgabe 20 / August 2009

Digitaler Daten Workflow für eine Kostenreduktion in der Produktion

Digitaler Daten Workflow für eine Kostenreduktion in der Produktion

Die Steigerung der Produktivität von Etikettendruckmaschinen ist ein zentrales Thema in unserer Industrie. Über Jahrzehnte hat Gallus seine Maschinen kontinuierlich verbessert und die Kosten pro gedrucktem Etikett deutlich verringert. Der nächste logische Schritt ist die Datenintegration verschiedener Produktionsstufen in ein übergreifendes Produktionsplanungs-System. Gallus arbeitet an einer Plattform, die es erlaubt, zum Drucken vor- und nachgelagerte Stufen zu integrieren.

Der Werdegang von Druckdaten

Verfolgt man den Datenfluss bei der Entstehung eines Etiketts, so gliedert sich die Bearbeitung der Daten grob in Druckvorstufe, Druck und Konfektionierung. Jede Produktionsstufe generiert verschiedene, ihr zugehörige Daten und Informationen. In vielen Betrieben sind die Bereiche räumlich als auch datentechnisch voneinander getrennt, und trotzdem besteht zwischen den einzelnen Produktionsschritten eine starke Abhängigkeit. Jede Tätigkeit ist auf die Qualität der vorhergehenden Arbeitsschritte angewiesen. Werden beispielsweise Fehler in der Druckvorstufe erst beim Einrichten der Maschine erkannt, kann sich der Druck und damit die Auslieferung des Produktionsauftrages erheblich verzögern.
Es wäre wünschenswert, wenn die einzelnen Bereiche untereinander austauschen und auf bereits vorhandene Daten zugreifen und aufbauen könnten. So ist es beispielsweise hilfreich für einen Drucker, wenn er sich ein Bild des aktuellen Auftrages direkt an der Maschine anzeigen lassen könnte und zwar aus der Druckvorstufe, in welcher diese Daten bereits aufbereitet wurden.

Wie bereits erwähnt, werden Daten in jedem einzelnen Produktionsschritt erzeugt. Beim Einrichten der Druckmaschine müssen neben dem Einrichten der einzelnen Druckwerke, dem Installieren von Druckplatten, Farben und Substraten auch diverse Einstellungen auf der Maschine selber vorgenommen werden. Diese Einstellungen könnten durchaus vorgängig vorgenommen werden müssen nicht zwingend während der Umrüstphase eingepflegt werden, wie es zur Zeit der Fall ist.

Der Ansatz des digitalen Daten Workflows nimmt sich dieser Thematik an. Es werden Arbeiten, die nicht zwingend an der Maschine erfolgen müssen, von dieser weggenommen und auf externe Stationen verlagert. Mit einem Jobeditor können Maschineneinstellungen im Vorfeld in eine Datei geschrieben werden und anschliessend per Knopfdruck vom Drucker geladen werden.

Wirtschaftlichkeit lässt sich rechnen

Durchschnittliche Umrüstzeiten bei einem Jobwechsel bewegen sich im Bereich von 30 bis 50 Minuten. Angenommen, es liessen sich rein durch die Auslagerungen von Tätigkeiten, die abseits der Maschine geschehen könnten, jeweils 5 Minuten pro Auftrag einsparen, ergäbe dies im Lauf eines Jahres eine wesentliche Produktivitätssteigerung der Maschine.
Bei einem durchschnittlichen Jobmix von fünf Druckaufträgen pro Arbeitsschicht und Dreischichtbetrieb über 225 Tage pro Jahr könnten jährlich rund 175 zusätzliche Aufträge produziert werden – dies lediglich mit einer Einsparung von 5 Minuten pro Jobwechsel, was mittels digitalem Daten Workflow mehr als realistisch ist.

Impressionen

Übersicht Digitaler Daten Workflow

Diese Darstellung beschreibt, welche Daten über ein integriertes System ausgetauscht werden könnten. Jedes, an der Produktion beteiligte System bezieht und schreibt Daten in das integrierte Management System (MIS). Über beliebige Terminals können diese Daten bearbeitet, generiert und überwacht werden.

Die Produktion allzeit im Griff

Mit der zentralen Erfassung der Produktionsdaten können diese auch visualisiert werden. Die Visualisierung ermöglicht es beispielsweise dem Produktionsleiter frühzeitig, Engpässe zu erkennen und entsprechend Massnahmen einzuleiten, um diesen entgegen zu wirken.

Werden mehrere Maschinen in ein solches System integriert, zeigt die Maschinensicht auf, welcher Auftrag zur Zeit auf den einzelnen Maschinen produziert wird und wie lange der geplante Auftrag sich noch im Druck befindet. Dabei wird dargestellt, ob die geplante Endzeit mit der derzeitig aktuellen Maschinengeschwindigkeit eingehalten werden kann, oder ob diese überschritten wird. Läuft die Produktion über die geplante Produktionszeit hinaus, so kann dies entsprechend visualisiert werden.

Maschinenansicht: Zeigt die aktuelle Produktion und die geplante, resp. die voraussichtliche Fertigstellung an.

Fazit

Nach der kontinuierlichen Optimierung der Druckmaschinen, die selbstverständlich auch weiterhin vorangetrieben wird, gilt es gleichermassen den Produktionsprozess zu verbessern. Schon nur die Einsparung von 5 Minuten beim Einrichten eines neuen Auftrages macht sich mit einigen hundert zusätzlich möglichen Druckjobs bezahlt. Dabei sind aktuell vorkommende Fehleingaben oder Wartezeit bis fehlende Daten oder Materialien bereit stehen nicht berücksichtigt.

An der Labelexpo Europe 2009 Ende September stellt Gallus anhand der Gallus RCS 330 die Integration der Druckmaschine in den digitalen Datenworkflow vor. Überzeugen Sie sich selbst von der Effektivität dieses Ansatzes, in der Halle 5, Stand 5B50.

Ralph Gschwend
Produktmanager Services


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