Ausgabe 21 / Dezember 2009

Eine wirtschaftliche Alternative – Gallus RCS Offsetdruck

Die Nachfrage nach Offsetdruck im schmalbahnigen Etikettendruck ist nach wie vor hoch. Auch die Gallus RCS kann seit 2005 mit wechselbaren Offsetdruckwerken ausgerüstet werden und bereits liefert Gallus rund die Hälfte der Gallus RCS Druckmaschinen als Offset-Kombinationsdruck Konfigurationen aus. Das Thema Offsetdruck stiess auch auf der diesjährigen Labelexpo in Brüssel erneut auf grosse Resonanz.

Generell wird allen Lösungen die hohe Druckqualität und die Substartflexibilität vorangestellt. Oftmals unbeantwortet bleibt dabei eine der wesentlichsten Fragen, nämlich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Offsetdrucklösungen.


Die Treiber für Offsetdruck

Der Offsetdruck wurde in der Vergangenheit oftmals nur dann eingesetzt, wenn höchste Qualität gefordert wurde oder der Bedruckstoff kein anderes Druckverfahren zuliess. Mehrkosten konnten dann plausibel argumentiert werden. Der wirtschaftlich effiziente Einsatz von Offsetdruck stellt hohe Anforderungen an die Konzeption einer Druckmaschine, die nicht einfach zu erfüllen sind. Wie Gallus diesen Anforderungen mit der Gallus RCS gerecht wird, haben wir im ersten Artikel dieser Serie bereits aufgezeigt.

Qualität und Flexibilität werden wichtige Alleinstellungsmerkmale des Offsetdrucks bleiben. Heute ist aber auch der hohe Standardisierungsgrad im Offsetdruck ein wichtiger Schlüsselfaktor bei der Wahl des Hauptdruckverfahrens. Ansprüche aus der Logistik (z.B. Multisourcing) oder aus dem Markenauftritt (Durchgängigkeit von Produktlinien, Uniformität von Verpackung und Etikett) sind Ursprung für die Forderung nach Standardisierung und somit nach Offsetdruck.

Ein weiterer Schlüsselfaktor in der Wahl des Hauptdruckverfahrens, ist der stark wachsende Anteil der Handelsmarken. Ursprünglich wurden Handelsmarken zum Schutz der Händler vor einer Übermacht der Hersteller geschaffen. Heute profitieren die Produzenten von «No-Name-Produkten» oft indem erfolgreiche Markenkonzepte kopiert werden. Durch die eingesparten Entwicklungs- und Kommunikationskosten ist es daher möglich, günstiger zu produzieren und die Ware preisgünstiger anzubieten. Dies übt wiederum Druck auf die Markenartikel Hersteller aus. Der Platz im Verkaufsregal wird immer mehr umkämpft und somit wächst auch die Notwendigkeit zur Differenzierung.
Diese, für den Etikettendruck eigentlich positive Entwicklung, geht jedoch auch mit zunehmendem Kostendruck einher.
 
Fig. 1: Der Platz im Verkaufsregal ist hart umkämpft, ein typischer Supermarkt
führt 20'000 – 40'000 verschiedene Artikel.

Rüstzeit kontra Plattenkosten

Dass der Offsetdruck auch aus rein wirtschaftlichen Gründen seine Berechtigung hat und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, wird im Folgenden aufgezeigt.
Im Etikettendruck kommt es selten zu reinem Flexodruck oder reinem Offsetdruck. Fast immer handelt es sich um Kombinationsdruck. D.h. das Hauptdruckverfahren wird kombiniert mit Siebdruck, Heissfolien- / Kaltfolienprägedruck oder Lackierung. Die Reihenfolge der einzelnen Druckverfahren ist auftragsabhängig und fast beliebig kombinierbar. Weiter beinhaltet ein hoher Anteil der Druckaufträge im Etikettendruck Sonderfarben. Teilweise zusätzlich zu den Prozessfarben, teilweise ausschliesslich.
Die Auftragsstruktur im Etikettendruck besteht grösstenteils aus Wiederholaufträgen mit einer oder mehreren unterschiedliche Sorten (Sprachen, Ausprägungen, etc.). Der Auftrag wird also periodisch in entsprechenden Teilmengen abgerufen.

Die Verfahrenskomplexität, die hohe Sortenvielfalt und die hohen Abruffrequenzen führen in der Praxis zu einem hohen Rüstzeitenanteil, nicht selten erreicht dieser 50% der total zur Verfügung stehenden Produktionszeit. Unabhängig vom Hauptdruckverfahren, gilt es also den Prozess des Auftrag Ein- und Ausrüstens möglichst effizient zu bewerkstelligen. Grundlage dafür ist ein schlüssiges Workflow Konzept sowie die Rüstkonzepte der Druckmaschine.

Trotzdem lassen sich auch heute noch nicht ganz die Rüstzeit- und Makulaturwerte des Flexodrucks erreichen. Im Gegensatz zu Offsetdruck sind allerdings beim Flexodruck die Druckplatten deutlich teurer. Der Break-Even Punkt zwischen Offsetdruck und Flexodruck wird somit durch das Verhältnis des Anteils der Rüstzeitkosten zum Anteil Werkzeugkosten bestimmt. Für diese Betrachtung können zusätzliche Druckverfahren wie Siebdruck oder Heissfolienprägedruck weggelassen werden, da sie bei beiden Hauptdruckverfahren die gleichen Auswirkungen haben.


Fig. 2: Offsetdruck kann auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Alternative
zum Flexodruck sein.

Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit im Offsetdruck sind kurze Rüstzeiten und geringe Makulatur. Die Gallus RCS wird den Anforderungen durch die konsequente Frontbeladungstechnik und der hohen Automation bestens gerecht.


Ganzheitliche Betrachtung

Die Frage nach Offsetdruck zu beantworten ohne auf die Wirtschaftlichkeit in der Anwendung einzugehen, kann also weitreichende Folgen haben. Qualität, Flexibilität und Produktivität sind die drei Grundpfeiler auf denen der Erfolg der Gallus RCS basiert.


Fig. 3: Auch das Offsetdruckwerk kann auf der Gallus RCS mit wenigen Handgriffen an jeder beliebigen Druckposition
eingesetzt werden.

Durchgängige Frontbeladung, wechselbare Druckverfahren, Sleevesystem, Kammerrakel, der hohe Automatisierungsgrad und der Jobdatenspeicher stellen bei der Gallus RCS kürzeste Rüstzeiten sicher. Zusätzlich sorgen die vollautomatische Waschvorrichtung, motorisierte Farbkästen, computerunterstütztes Farbmanagement und die makulatursparende Anlaufsequenz für tiefste Makulaturwerte.

Die Gallus RCS führt in Punkto Wirtschaftlichkeit schon heute die Industrie an. Wie zukünftige Innovationen das Maschinensystem Gallus RCS noch effizienter machen und welche Auswirkungen sie im Alltag des Etikettendruckers haben, möchten wir im nächsten Gallus In Touch und dem letzten Teil dieser Artikelserie näher bringen.


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