Ausgabe 24 / Dezember 2010

HD-Raster von EskoArtwork und Kodak Flexcel NX

HD-Raster von EskoArtwork und Kodak Flexcel NX

Im Flexodruck werden momentan zwei Themen besonders heiss diskutiert: Der HD-Raster von EskoArtwork sowie die Flexcel NX-Technologie von Kodak. Eines vorweg: Beide Technologien haben nur wenig gemeinsam, verfolgen jedoch das gleiche Ziel: Die Bebilderung von digitalen Flexodruckplatten mit exzellenten Rasterverläufen bis auf 0% Flächendeckung und dadurch die langersehnte Lösung zur Behebung eines grossen flexospezifischen Druckproblems.

Der folgende Artikel soll diese zwei unterschiedlichen Plattenbebilderungssysteme näher vorstellen. In einer späteren Ausgabe von Gallus InTouch wird näher auf die drucktechnischen Erfahrungen von Gallus eingegangen.

Was führt überhaupt zum ungewünschten Abriss im Rasterverlauf?

Eine gewisse Punktverbreiterung in der Druckmaschine lässt sich nie vermeiden. Der gedruckte Rasterpunkt erscheint immer grösser als der Rasterpunkt auf der Druckplatte. Ein 1-prozentiger Plattenpunkt ergibt im Druckbild also einen Rasterpunkt mit einer Grösse von mindestens 5%. Da dies den kleinstdruckenden Rasterpunkt darstellt, entsteht im Druckbild ein deutlicher Übergang („Abriss“) zwischen 5% Flächendeckung und reinem Papierweiss. Durch den Einsatz von neuen Bebilderungs-technologien sind heutzutage Rasterpunkte im Druckbild erzielbar, welche eine Flächendeckung von nur noch 1-2% aufweisen.

Die Punktzunahme und somit die Ausprägung des störenden Abrisses hängt von verschiedensten Faktoren wie Bebilderungstechnologie, Härte des Montageklebebandes, Druckplattentyp, Druckfarbe, Bedruckstoff, Druckzustellung und Rasterwalze ab.

Kodak Flexcel NX

Bei der Kodak Flexcel NX-Technologie bebildert zuerst ein Laser (2540 ppi) einen speziellen Film mit dem gewünschten Druckmotiv. Dieser Film wird anschliessend auf die unbelichtete Flexodruckplatte laminiert, bevor sie dann ganz gewöhnlich mit UVA-Licht vorder- und rückseitig belichtet wird. Nach der Belichtung wird der Film abgezogen und vernichtet, die Druckplatte ist dann bereit für den Auswaschprozess, welcher mit Lösemittel erfolgt. Der grosse Vorteil dieses Prinzips besteht darin, dass beim Belichtungsprozess die unerwünschten negativen Einflüsse des Sauerstoffs ausgeschlossen werden. Durch den Ausschluss des Sauerstoffs können extrem kleine Rasterpunkte auf der Druckplatte erzielt werden, wodurch der kleinst erzielbare Rasterpunkt im Druckbild bei ca. 2-3% liegt. Dadurch lässt sich der störende Rasterabriss deutlich minimieren.
Im Gegensatz zur HD-Technologie begrenzt sich diese Technologie auf Plattentypen, welche nur über Kodak erhältlich sind. Ebenso ist neben dem speziellen Film-Bebilderer ein Laminator nötig, um den zuvor bebilderten Film sauerstofffrei mit der Druckplatte zu verbinden.

Nachfolgend werden die acht Schritte zur Bebilderung der Kodak Flexcel NX grob dargestellt.

HD-Raster von EskoArtwork

HD steht abgekürzt für High Definition. Während bis vor kurzem die Plattenbebilderung mit 2540 Pixel pro Inch (ppi) üblich war, wird mit HD-tauglichen Geräten eine Laser-Auflösung von 4000 ppi erreicht. Der grosse Vorteil von HD ist die mögliche Nachrüstung von bereits installierten Geräten sowie die Bebilderung von sämtlichen digitalen Flexodruckplattentypen mit einer LAMS-Schicht. In anderen Worten: Der HD-Raster findet seine Anwendung unter anderem in thermischen, wasser- und lösemittelauswaschbaren Plattensystemen. Druckplatten bebildert in HD weisen unter anderem eine höhere Randschärfe sowie einen verbesserten Bildkontrast auf. Des weiteren sind durch die Bebilderung mit 4000ppi extrem kleine Rasterpunkte erzielbar, wodurch der kleinst erzielbare Rasterpunkt im Druckbild im Idealfall bei ca. 1-2% liegt. Rasterabrisse sind in diesem Fall nicht mehr erkennbar.
Um die kleinsten Rasterpunkte auf der Druckplatte zu stabilisieren, werden durch die Software so genannte „Stützpunkte“ einberechnet.

Laserpunktgrösse

In den letzten Jahren konnte der Durchmesser des Laserstrahls kontinuierlich reduziert werden. Beim HD-Raster wird ein Laserstrahl eingesetzt, dessen Durchmesser gerade noch 6 Tausendstel-Millimeter aufweist. Die Laserpunktgrösse ist die „Werkzeuggrösse“ eines Bebilderungsgerätes. Je kleiner dieser Laserstrahl, desto feinere Elemente können in die LAMS-Schicht der Druckplatte eingebrannt werden.

HD Raster / Schwarze LAMS-Schicht nach Bebilderung

HD-Raster und Stützpunkte

Im HD-Raster haben die feinsten Rasterpunkte auf der Druckplatte einen geringeren Durchmesser als die Zellöffnungen der Rasterwalzen. Im Druckprozess führt dies zu einem Eindringen der Plattenpunkte in die Näpfchen der Rasterwalze und folglich zu einer kontinuierlichen Plattenüberfärbung. Dies bedeutet einen hohen Reinigungsaufwand für den Maschinenbediener und folglich regelmässige Maschinenstillstände. Die Software von EskoArtwork vergrössert nun einige dieser feinsten Rasterpunkte im HD-Raster, um das Problem der Plattenpunkt-Überfärbung zu umgehen und gleichzeitig eine höhere Stabilität der Spitzlichtpunkte zu erzielen. Die vergrösserten Rasterpunkte werden „Stützpunkte“ genannt.

HD-Raster

Bebilderungstechnologien

Moderne Bebilderungstechnologien ermöglichen das „Strukturieren“ der Vollflächen zur Erhöhung der Volltondichten (bis zu +0.3). Sogar die Oberflächen von Rasterpunkten können dadurch aufgerastert werden.

EskoArtwork nennt diese Technologie „Microcell“. Kodak nennt diese Technologie „Digicap-NX“


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