Ausgabe 22 / Juli 2010

Die Gallus ECS 340 in Produktion bei bsb-label GmbH

Von Brüssel nach Bielefeld

Die bsb-group ist auf verschiedenen Gebieten aktiv. Ein noch sehr junger Zweig der bsb-Familie ist die bsb-label GmbH, die im Januar 2004 gegründet wurde. Die Firma zählt zu den ersten Anwendern einer Gallus ECS 340 und hatte sich frühzeitig entschieden, in das neue Maschinenkonzept zu investieren. Das Unternehmen hatte sich die Labelexpo-Vorführmaschine gesichert, die nunmehr seit Oktober 2009 in Bielefeld in Betrieb ist. Für bsb-label kam die neue Gallus ECS 340 zum passenden Zeitpunkt auf den Markt, denn das Unternehmen hatte bereits längere Zeit nach einer geeigneten Maschine gesucht, mit der es in den Flexodruck einsteigen konnte.

Ein wichtiges Kriterium beim Vergleich der möglichen Alternativen war für Brigitte Alers, Gesellschafterin und Geschäftsführerin, dass die Gesamtinvestition bei der neuen, mit moderner Technologie ausgestatteten Maschine am Ende nur geringfügig höher ausfiel als der Kauf einer Gebrauchtmaschine. Letztere hätte mit etlichen Neuteilen nachgerüstet werden müssen, um die zentralen Bedürfnisse von bsb-label abzudecken. Insgesamt hat sich das Unternehmen diese Investitionsentscheidung reiflich überlegt – vor allem auch, weil sich damit die Bandbreite der Druckmethoden um ein bisher nicht genutztes Verfahren erweitert. Aus heutiger Sicht ist Brigitte Alers froh, sich für den Flexodruck und für die Gallus ECS 340 entschieden zu haben: „Für bsb-label war es ganz sicher die richtige Maschine zum richtigen Zeitpunkt.“

Vom Labelexpo-Messestand der Gallus Gruppe wechselte die neue Gallus ECS 340 direkt in die Produktion von bsb-label

Manchmal erscheinen Innovationen bei näherer Betrachtung plötzlich so naheliegend, dass sich jeder fragt, warum man nicht schon früher auf diese Idee gekommen ist. Ein Beispiel ist die neue Baureihe der Gallus ECS 340, die als Maschinenbasis technischen Granit nutzt und von der Gallus Gruppe anlässlich der letztjährigen Labelexpo Europe vorgestellt wurde. Nachdem das neue Maschinenmodell in Brüssel für Aufsehen gesorgt hatte, wurde es vom Messestand weg nach Bielefeld transportiert, um bei der bsb-label GmbH installiert zu werden.

Mit der Neuheit, Granit als Maschinenbasis zu nutzen, bot die Gallus Gruppe viel Gesprächsstoff für die Messebesucher der Labelexpo. Der Erfolg des Maschinenherstellers aus dem Schweizer St. Gallen beschränkte sich aber nicht nur auf hohe Aufmerksamkeitswerte. Die Baureihe Gallus ECS 340 scheint noch weitere Eigenschaften zu besitzen, die auf Etikettendruckereien überzeugend wirken. Schließlich meldete das Unternehmen im Dezember 2009 weltweit über 20 Verkaufsabschlüsse für diese Maschine in den ersten drei Monaten nach der Markteinführung.

Abbildung 1: Im September 2009 konnten die Besucher der Labelexpo Europe die neue Gallus ECS 340 in Brüssel besichtigen, im Oktober ging sie bei der bsb-label GmbH in Bielefeld in Betrieb.

Spezialist für Beschriftung und Dekoration

Die bsb-group ist auf verschiedenen Gebieten aktiv, die jeweils über separate Geschäftseinheiten betreut werden und unter der Verkaufsgesellschaft bsb-bentlage zusammengefasst sind. Das von Friedrich Bentlage im Jahr 1928 gegründete Unternehmen ist nach wie vor in Familienbesitz. Christopher Hettlage, der heutige Geschäftsführer der Gruppe, ist ein Enkel des Firmengründers. Die bsb-group beschäftigt insgesamt 120 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Jahresumsatz von ca. 15 Mio. Euro. In Bielefeld sind die beiden Geschäftseinheiten bsb-proprint und bsb-label angesiedelt. Das Kerngeschäft von bsb-proprint sind Etiketten für Beschriftung und Dekoration. Sie werden hauptsächlich im großformatigen Siebdruck sowie im Offsetdruck gefertigt. Daneben hat dieser Unternehmensbereich zahlreiche Besonderheiten wie Transfer-Etiketten, Abziehbilder oder Tattoo-Etiketten im Programm. Die Geschäftseinheit bsb-label konzentriert sich auf Rollenhaftetiketten.

Weitere Gruppenmitglieder sind bsb-schönberg, ein Produktionsbetrieb in Wien, bsb-imprano, eine Verkaufsniederlassung in den Niederlanden, und bsb-spegraph, eine Verkaufsgesellschaft in der Schweiz. Außerdem unterhält die Firmengruppe Vertriebskooperationen in den Ländern Frankreich, Dänemark, Spanien, Niederlande, Schweiz, Belgien, Portugal, Österreich und Italien.

Durchgestartet statt abgewickelt

Ein noch sehr junger Zweig der bsb-Familie ist die bsb-label GmbH, die im Januar 2004 gegründet wurde. Sie ist aus einer Abteilung des Unternehmens hervorgegangen, in der Rollenetiketten je nach Bedarf gefertigt wurden. Die Entwicklung dieses Zweigs ging seit Gründung kontinuierlich aufwärts, so dass bsb-label stetig investierte. Den Anfang bildete eine Sechsfarben-Druckmaschine für den translativen Buchdruck. Sie wurde schrittweise ergänzt mit weiteren Druck- und Konfektionieranlagen. In den zurückliegenden Jahren seit der Gründung hat das Unternehmen, das heute auf zehn Mitarbeiter angewachsen ist, insgesamt fünf neue Maschinen installiert. Dadurch stehen mittlerweile die Verfahren Digitaldruck, Buchdruck, Flexodruck und Offsetdruck zur Verfügung. Selbst im allgemein schwierigen Geschäftsjahr 2009 konnte bsb-label eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent verzeichnen. Der Kapazitätszuwachs durch die neue Gallus Maschine schafft in dieser Hinsicht noch weiteres Potenzial.

Die bsb-label GmbH nimmt innerhalb der Firmengruppe eine Sonderrolle ein, da sie als unabhängiges Unternehmen agiert. Als Gesellschafter fungieren zum einen die Firma bsb-bentlage, vertreten durch Christopher Hettlage, und zum zweiten Brigitte Alers, die gleichzeitig alleinige Geschäftsführerin ist. Dass bsb-label autark auf dem Markt agiert, ist gewollt. Aktuell ist bsb-bentlage zwar größter Abnehmer, daneben werden aber zahlreiche Aufträge für externe Kunden gefertigt.

Etiketten für extreme Bedingungen

Die Verbindung zur Firmengruppe bsb einschließlich der räumlichen Nähe erschließt viele synergetische Vorteile. Dazu zählt zum einen die mögliche Nutzung verschiedener Einrichtungen wie Labor, Prepress-Abteilung, Versand oder Fuhrpark. Dabei verfügt vor allem das Labor aufgrund der umfangreichen Erfahrungen der bsb-group mit hochwertigen Spezialbeschriftungen für teilweise ausgefallene Anwendungen über eine sehr gute Ausstattung. Ein Beispiel sind Etiketten für Landmaschinen, die Wind und Wetter, Schlamm und Hochdruckreinigern genauso lange standhalten müssen wie die Maschinen selbst. Auch bei anderen Spezialitäten stehen oft besondere Beständigkeiten, lange Haltbarkeit oder der Einsatz unter extremen Bedingungen im Vordergrund. In diesen Fällen ist ein modernes Labor mit erfahrenem Personal von entscheidender Bedeutung, um Etiketten mit den geforderten Eigenschaften bis zur Produktionsreife zu entwickeln. Die Kunden stammen aus den Bereichen Fahrzeug- und Anlagenbau, Automobilzulieferer, Kunststoffverarbeitung, Konsumgüter, Lebensmittel, Maschinenbau, Elektroindustrie etc. Das Produktprogramm umfasst Etiketten zur Produktdekoration, Typen- und Leistungsschilder, Prüf- und Sicherheitszeichen, Werbeschilder u.v.m.

Richtige Maschine zum richtigen Zeitpunkt

Für bsb-label kam die neue Gallus ECS 340 zum passenden Zeitpunkt auf den Markt. Das Unternehmen hatte bereits längere Zeit nach einer geeigneten Maschine gesucht, mit der es in den Flexodruck einsteigen konnte. Geplant war aus Gründen des begrenzten Investitionsrahmens ursprünglich die Installation einer gebrauchten Druckmaschine. In dieser Phase brachte Johannes Hübner von der Gallus-Group Vertriebs GmbH erstmals das neue Maschinenkonzept der Gallus ECS 340 ins Spiel, das zur Labelexpo Europe vorgestellt wurde.

Abbildung 2: Vor der neuen Gallus ECS 340 (von links) bsb-label-Geschäftsführerin Brigitte Alers, Ferdinand Rüesch, Mehrheitsaktionär und Vizepräsident des Verwaltungsrates der Gallus-Gruppe, Peter Bellmann, Betriebsleiter bsb-label, und Johannes Hübner von der Gallus-Group Vertriebs GmbH.

Ein wichtiges Kriterium beim Vergleich der möglichen Alternativen war für Brigitte Alers, dass die Gesamtinvestition bei der neuen, mit moderner Technologie ausgestatteten Maschine am Ende nur geringfügig höher ausfiel als der Kauf einer Gebrauchtmaschine. Letztere hätte mit etlichen Neuteilen nachgerüstet werden müssen, um die zentralen Bedürfnisse von bsb-label abzudecken. Außerdem wären noch Kosten für Werkzeuge angefallen. Insgesamt hat sich das Unternehmen diese Investitionsentscheidung reiflich überlegt – vor allem auch, weil sich damit die Bandbreite der Druckmethoden um ein bisher nicht genutztes Verfahren erweitert. Dabei erwies sich sowohl die intensive Schulung durch die Gallus Gruppe als auch das Engagement anderer Zulieferfirmen, z.B. Zeller+Gmelin bei den Druckfarben, als äußerst hilfreich, um den Start von bsb-label in den Flexodruck möglichst reibungslos zu gestalten. Aus heutiger Sicht ist Brigitte Alers froh, sich für den Flexodruck und für die Gallus ECS 340 entschieden zu haben: „Für bsb-label war es ganz sicher die richtige Maschine zum richtigen Zeitpunkt.“

Mehr Kapazität für neue Aufträge

Die Investition zur Ausweitung der Produktionskapazitäten wurde erforderlich, weil das Geschäft mit Neukunden innerhalb weniger Monate stark gewachsen war, so Brigitte Alers. Diese Aufträge beinhalteten Anwendungen, die sich zwar mit der vorhandenen Technik fertigen ließen. Allerdings entsprach die Produktionsweise dann nicht den wirtschaftlichen Anforderungen. Die neue Maschine steigert auch Produktivität und Flexibilität. Das Unternehmen hat eine Reihe von Aufträgen im Auflagenbereich über einer Million Etiketten. Deren Produktion war auf den vorhandenen Buchdruckmaschinen meist recht mühsam. Mit der neuen Flexodruckmaschine verkürzen sich die Fertigungszeiten deutlich. Deshalb, so Brigitte Alers, wird bsb-label diese Maschine nach Möglichkeit vorwiegend mit größeren Auflagen belegen. „In der Praxis sehen wir uns aber auch immer wieder mit Anfragen von Kunden konfrontiert, die bestimmte Etiketten innerhalb von 24 Stunden benötigen. In diesen Fällen können wir mit der Gallus ECS 340 flexibler als bisher reagieren.“

Abbildung 3: Intuitiv handhabbare Programme erleichtern dem Druckpersonal die Bedienung der Maschine.

Eingebunden in die existierende Logistik

Im Vorfeld der Investition stützte sich bsb-label bei der Entscheidungsfindung auf folgende Auswahlkriterien: die zu verarbeitenden Materialien, Druckbreite und Farbigkeit. Gesucht war demnach eine Maschine mit mindestens sieben Druckwerken, einer Bahnbreite von 340 mm und der Möglichkeit, auch Monofolien bedrucken zu können. Unabhängig davon, ob es sich um eine neue oder eine Gebrauchtmaschine handelte, sollte die technische Ausstattung außerdem bereits so modern sein, dass kurze Rüstzeiten und geringe Makulaturwerte gewährleistet sind.

Infolgedessen verfügt die installierte Gallus ECS 340 über sieben Flexodruckwerke, eine Einheit für die De- und Relaminierung, Aggregate zur Bahnreinigung und Korona-Vorbehandlung, ein System zur Bahnüberwachung und ein Wendekreuz. Die Druckbreite von 340 mm passt zum bestehenden Maschinenpark und somit zur gesamten Peripherie, z.B. bei vorhandenen Werkzeugen oder den Materialabmessungen. Gängige Substrate sind Etiketten und Folien aus Polyethylen und Polypropylen sowie Papier-Etiketten für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.

Auf Erfahrung des Feldtestkunden vertraut

Die Firma bsb-label traf die Entscheidung für die neue Gallus ECS 340 ohne einen eigenen Drucktest mit der Maschine durchgeführt zu haben, da Gallus zu diesem Zeitpunkt noch kein Vorführmodell in seinem Democenter in St. Gallen zur Verfügung hatte. Allerdings bestand Gelegenheit, die Feldtestmaschine eingehend zu begutachten, die bereits längere Zeit bei der Barthel GmbH in Essen im Praxiseinsatz war. Für Brigitte Alers war dieser Kontakt im Rückblick besonders informativ. Er bot einen guten Einblick, welche Materialvielfalt die Maschine bewältigen kann, und vermittelte darüber hinaus auch viele Erkenntnisse eines erfahrenen Flexodruckanwenders über das neue Maschinenkonzept.

Granit garantiert hohe Laufruhe

Zu den wichtigen Highlights der neuen Maschine zählt in erster Linie die Basis aus Granit. Das für den Druckmaschinenbau bisher nicht eingesetzte Material bietet eine ganze Reihe von vorteilhaften Eigenschaften. So ist es äußerst schwingungsarm und auch bei Temperaturänderungen sehr dimensionsstabil sowie nicht magnetisch. Das ist u.a. ausschlaggebend für die hohe Laufruhe der Gallus ECS 340. Um eine vergleichbare Stabilität und Präzision bei der traditionellen Bauweise mit Rahmengestellen zu erzielen, wäre ein ungleich höherer Aufwand zu betreiben. Ein weiteres Highlight ist der Wegfall eines Lüftungssystems. Ermöglicht wird das z.B. durch die wassergekühlten UV-Aggregate. Für die Entwicklung des neuen Maschinesystems galt die Vorgabe, intelligente Lösungen immer mit möglichst geringem Aufwand zu realisieren.

Die Verwendung von Granit ist ein anschauliches Beispiel, wie sich der Aufwand für die Herstellung einer Maschinenbasis verringern lässt, die trotzdem den hohen Anforderungen an den Maschinenbau im Druckbereich gerecht wird. Ein weiteres Ergebnis der ambitionierten Vorgabe einer geringen Investitionssumme ist die Druckwerkskonstruktion, die einerseits eine sehr direkte Bahnführung erlaubt, so dass die Bahnlänge von einem Druckwerk zum nächsten nur 1.1 Meter beträgt. Zum anderen konnte beim Druckwerk der Gallus ECS 340 die Anzahl der Einzelkomponenten im Vergleich zu einem konventionellen Flexodruckwerk auf rund ein Drittel reduziert werden. Unter dem Strich sorgen die zahlreichen technischen Weiterentwicklungen auch für eine sehr gute Energieeffizienz des neuen Maschinenkonzeptes. Dieser Aspekt ist nach Aussage von Brigitte Alers für den Druckbetrieb von bsb-label , der nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert ist, ebenfalls von großer Bedeutung und rundet die positiven Erfahrungen im bisherigen Praxiseinsatz ab.

Abbildung 4: Die neue Gallus ECS 340.




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