Ausgabe 40 / Dezember 2014

Gallus ECS 340 – Tubenlaminat trifft auf Effizienz

Kaum ein Verpackungssegment wuchs in den letzten Jahren so stark, wie das Segment der Kunststofftuben. Auch in Zukunft messen Experten diesem äusserst flexiblen und sicheren Verpackungsmittel einen hohen Stellenwert bei. Gallus erkannte diesen Trend früh und zertifizierte mit der Gallus ECS 340 das bereits dritte Maschinensystem für die Verarbeitung von Tubenlaminat. Werden die Gallus RCS vor allem im Bereich der hoch veredelten Tuben und die Gallus EM S primär für Volumenaufträge eingesetzt, so schliesst die Gallus ECS 340 nun die Lücke in der Verarbeitung von einfacheren Tubenlaminataufträgen.

Ein flexibles und sicheres Verpackungsmittel

Trifft man die Kunststofftube im Lebensmittelbereich noch vergleichsweise selten an, so setzt sie sich im Bereich der pharmazeutischen Verpackungen sowie der Kosmetik- und Hygieneproduktverpackungen als Alternative zu festen Verpackungscontainern immer stärker durch. Dank der Mehrlagenkonstruktion des Tubenlaminats und einer entsprechenden Wahl der einzelnen Lagen lassen sich relativ einfach Eigenschaften wie Gasdichtheit oder Lichtdichtheit erzielen. Zudem lassen sich so auch Eigenschaften, wie die Dosierbarkeit oder die Anwendung, unter verschiedenen Bedingungen gut steuern. Im Vergleich zu geformten Tuben aus Aluminium oder Kunststoff lässt sich Tubenlaminat sehr einfach und kosteneffizient bedrucken und veredeln sowie in flacher platzsparender Form transportieren. Diese positiven Eigenschaften führten in den letzten Jahren dazu, dass sich das Anwendungsgebiet der Kunststofftube sehr stark verbreitert hat und dadurch im Vergleich zu alternativen Verpackungsformen massiv an Marktanteilen zulegen konnte.

Das intelligente Bahntransportkonzept der Gallus ECS 340 trägt massgeblich zur effizienten Verarbeitung von Tubenlaminataufträgen bei.

Die Verarbeitung von Tubenlaminat auf einer Etikettendruckmaschine

Das breite Anwendungsspektrum der Kunststofftube führte in Folge auch zu einem breiten Spektrum an unterschiedlichsten Tubenlaminaten. Ein Tubenlaminat besteht aus bis zu fünf unterschiedlichen Schichten, welche die Eigenschaften der fertig geformten Tube bestimmen. Die dem Füllgut zugewandten Schichten sind in der Regel aus Kunststoff und auf das Füllgut abgestimmt. Die Barriereschicht befindet sich in der Mitte der Sandwich-Konstruktion und kann ebenfalls aus Kunststoff sein, oft kommen aber auch Barriereschichten aus Aluminium oder Keramik zum Einsatz. Die Aussenhaut der Tube ist auf die Anwendung abgestimmt und definiert die Rückstellkraft der Tube. Man unterscheidet dabei zwischen „bounce-back“ und „squeezable“ Tuben. Die Anwendung gibt auch die eigentliche Wandstärke der Tube respektive die Substratdicke des Tubenlaminats vor. Zudem sind die innerste und äusserste Wandstärke so ausgelegt, dass die Tube verschweisst und mit dem Deckel verbunden werden kann. Handelsübliche Tubenlaminate sind in einem Dickenbereich von 250 bis 450 Mikrometern erhältlich.

Dieser anwendungsabhängige Mehrlagenaufbau des Tubenlaminats bringt einige Herausforderungen beim Bedrucken mit sich, denn im Gegensatz zu handelsüblichen Bedruckstoffen wie Selbstklebematerial oder Monofolien, ist das Tubenlaminat nicht für die Verarbeitung in einer Reihendruckmaschine optimiert. Grundsätzlich gilt: Je dicker ein Tubenlaminat ist, desto schwieriger ist es, das Tubenlaminat registerhaltig zu bedrucken. Dies liegt daran, dass das Tubenlaminat, bedingt durch seinen Herstellprozess, im Vergleich zu Selbstklebematerialien relativ grosse Dickenschwankungen aufweist. Diese Dickenschwankungen führen dazu, dass die angelegte Bahnspannung in einer Druckmaschine innerhalb des Tubenlaminats inhomogen verteilt wird und es so zu Querkräften im Tubenlaminat kommt, welche das Tubenlaminat aus der Bedruckstofflaufrichtung ablenken.

Physikalische Eigenschaften des Tubenlaminats: Durch Spannung im Inneren des Tubenlaminats kommt es zu einer seitlichen Bahnabweichung – keine gleichmäßige Kraftverteilung!

Aber auch die Dehnungseigenschaften des Tubenlaminats unterscheiden sich wesentlich von einem Selbstklebematerial. Im Gegensatz zu Selbstklebebedruckstoffen deformiert sich Tubenlaminat schon bei wesentlich tieferen Bahnspannungen und benötigt deshalb ein sehr ausgeklügeltes Bahntransportkonzept.
Als dritte grosse Herausforderung beim Verarbeiten von Tubenlaminat muss auch die Oberfläche des Tubenlaminats genannt werden. Auch sie ist nur bedingt für das Bedrucken und Veredeln geeignet und Bedarf einer speziellen Vorbehandlung. Zudem ist dem Aspekt der Migration von Farbbestandteilen besondere Bedeutung zu schenken, kommt die innerste Schicht beim Aufwickeln des Tubenlaminats doch in Berührung mit der äusseren bedruckten Schicht.

Die Gallus ECS 340 für Commodity Tuben

Die Gallus ECS 340 steht für höchste Effizienz und tiefste Kosten bei der Herstellung von Commodity Etiketten. Durch die Optimierung der Maschine auf das Verarbeiten von Tubenlaminat finden diese einzigartigen Eigenschaften nun erstmals auch Anwendung beim Bedrucken von Tubenlaminat.

Der kurze Bahnlauf von gerade einmal 1.1 Metern zwischen zwei Druckwerken, in Kombination mit einer speziellen Beschichtung sämtlicher Umlenkrollen, garantiert den stabilen Transport von Tubenlaminaten innerhalb der Maschine und verhindert so Querregisterprobleme beim Druck – ganz ohne zusätzliche Bahnkantenregler. Der dadurch äusserst kurz ausfallende Bahnweg reduziert die Makulaturwerte erheblich, was sich bei teuren Bedruckstoffen wie Tubenlaminat doppelt auszahlt. Nebst diesen konstruktiven Voraussetzungen trägt aber auch das intelligente Bahntransportkonzept der Gallus ECS 340 massgeblich dazu bei, Tubenlaminat genau und mit geringer Makulatur auf der Gallus ECS 340 verarbeiten zu können. Die entsprechenden Parameter können vom Drucker einfach und schnell am verfahrbaren Touchscreen der Gallus ECS 340 eingestellt und abgespeichert werden. Zur Oberflächenvorbehandlung des Tubenlaminats stehen eine leistungsstarke Corona-Vorbehandlungsanlage und eine Kontaktbahnreinigung zur Verfügung. Zur Verhinderung einer statischen Aufladung des Tubenlaminats können aktive Antistatikeinheiten eingesetzt werden. Durch die optionale Heisslufttrocknung können sowohl wasserbasierte Primer als auch migrationsfreie Lacke zur Verhinderung von Set-off-Migration aufgebracht werden.

Alles in allem steht den Besitzern einer Gallus ECS 340 mit dem zertifizierten „Tuben-Kit“ ein Paket zur Verfügung, welches ihnen erlaubt, Tubenlaminate mit höchster Effizienz und zu tiefsten Kosten herzustellen. Bei Fragen zur Verarbeitung von Tubenlaminat auf Gallus Maschinen können Sie sich gerne an Ihren lokalen Gallus Partner wenden oder via Kontaktformular mit uns in Verbindung treten.


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