Ausgabe 32 / Dezember 2012

U-Bahn Fahrkarten

Die weltweite Urbanisierung führt vor allem in den Schwellenländern zu einem starken Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und somit auch U-Bahnen. Durch zunehmende Automatisierung der Fahrgastzugangssysteme steigen auch die Anforderungen an die Herstellung von Fahrkarten. In diesem Artikel soll erläutert werden, welches die wichtigsten Anforderungen in diesem Zusammenhang sind und mit welchen Lösungen Gallus diesen gerecht wird.

Urbanisierung und öffentlicher Verkehr

Durch das allgemein bekannte, stetige Wachstum der Weltbevölkerung entstehen in den Ballungsräumen unserer Erde immer mehr neue Wohnräume. Parallel dazu nimmt der Bedarf an Transportmitteln zu. Insbesondere in den Schwellenländern wachsen Grossstädte in rasanter Geschwindigkeit. Zudem werden dort wegen der wachsenden Mittelschicht kontinuierlich mehr Autos zugelassen, was oftmals zu Verkehrsüberlastung führt, zumal in vielen Städten das bestehende Strassennetz nicht rasch genug oder nicht ausreichend erweitert werden kann. Viele Städteverwaltungen stehen somit vor der Herausforderung, die Menschen günstiger, effizienter und umweltgerechter zu befördern. Aus diesem Grund wird vielerorts der Ausbau des öffentlichen Verkehrs per Bahn, Bus, etc. stark vorangetrieben.

U-Bahn

Eine der emissionsfreundlichsten und massentauglichsten Lösungen ist, den Verkehr unterirdisch auf die Schiene zu verlagern, was je nach Land “U-Bahn“, „Metro“, „Subway“ oder „Underground“ etc. genannt wird. Eines haben aber alle U-Bahnen gemeinsam: Ihre Nutzung nimmt global stark zu. Damit verbunden steigen gleichzeitig die Unterhaltskosten der U-Bahn-Betriebe stetig an. Deshalb werden immer öfter Einsparungen beim Personal bzw. Automatisierungen für die Zugangs- und Fahrkartenkontrolle oder bei den Schalterdiensten gemacht.

Abbildung 2: Ein Metro-Check-in in Shenzhen, China

Die Folge dieser Massnahmen sind der vermehrte Einsatz von Fahrkartenautomaten und das immer öfter verlangte, automatische Einchecken durch Schrankensysteme. Die Fahrkartenautomaten verfügen meist über mehrsprachige Programme und bieten sowohl den täglichen Pendlern als auch den Touristen verschiedene, standardisierte Fahrkartenoptionen an. Damit sichergestellt ist, dass nur gültige Fahrkarten zu den entsprechenden Schrankensystemen einer U-Bahn passen, werden die Fahrkarten immer besser angepasst, d.h. automatengerechter gestaltet.

Anforderungen an die Herstellung von Fahrkarten

Die Fahrkarten müssen so veredelt werden, dass sie problemlos von den entsprechenden Automaten gelesen werden können, d.h. die Abrissperforation muss perfekt sein und die vorgegebenen Toleranzen bei der Ticketherstellung müssen eingehalten werden.

Eine Fahrkarte ist in der Regel beidseitig bedruckt, z.B. mit Informationen oder Werbung, und beinhaltet:

1. Einen Datenträger, auf dem variable Informationen wie Tages-, Einzel oder Mehrfachticket etc. hinterlegt werden können. Für diesen Zweck eignet sich am besten das Magnetband, es gibt aber auch Hologramme als Datenträger.

2. Einen Datamatrix-Code - auch als 2D-Code bekannt.

3. Bestimmte Lesemarkierungen, die mit einem eingebauten Lesekopf an der Eincheck-Schranke gelesen werden.

4. Ein bestimmtes Perforationsmuster und eine Etikettenabmessung. Diese Angaben müssen eingehalten werden. Sie variieren je nach Ticketautomatensystem.

5. Eine fortlaufende Nummerierung, die aufgedruckt wird.

6. 100% Inspektion

7. In der Regel werden die Metrotickets „zick-zack“ gefalzt geliefert, sie sind aber auch als Rolle erhältlich.

Die Gallus Lösung zur Fahrkartenherstellung

Die Gallus EM 280 wird mit grossem Erfolg für diese Applikation eingesetzt und löst die obengenannten Anforderungen an die Fahrkarten wie folgt:

1. Gallus hat eine spezielle Einheit, die „Magnetfolienprägeeinheit“, entwickelt, mit der das Magnetband wie eine Heissfolie auf die Fahrkarte geprägt wird. Die Streifen-Hologrammfolie ist genau gleich ausgerüstet wie eine Magnetfolie, so dass auch sie mit dieser Prägeeinheit bearbeitet werden kann. Auch andere Folien und Materialien sind je nach Kundenspezifikation möglich.

2. Ein Datamatrix-Code kann mit einer Inkjetdruckeinheit (z.B. von unserem Partner Heidelberg) in die Gallus EM 280 integriert werden, inklusive der dafür benötigten Software.

3. Die Lesemarkierungen werden mit UV-Flexo gedruckt.

4. Für die Perforation hat Gallus eine spezielle Stanze entwickelt, mit der neben der Perforation auch Löcher gestanzt werden können.

5. Für die fortlaufende Nummerierung, welche benötigt wird, damit Fahrkarten wie Wertpapier gehandhabt werden können, setzt man ebenfalls die Inkjetlösung ein.

6. Eine 100% Inspektion ist individuell nach Kundenwünschen integrierbar.

7. Für die Fahrkarte wird die „Ben-bunch“ Falztechnologie eingesetzt. Nach der Perforation werden die Einzelnutzen längs geschnitten und jeweils in eine Falzeinheit geführt. Die Anzahl der Falzeinheiten ist dabei abhängig von der Bahnbreite.

Gallus unterstützt seine Kunden gerne mit Materialempfehlungen, Schulungen, Service und drucktechnischer Hilfe. Kontaktieren Sie uns, gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung.


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