Ausgabe 31 / September 2012

Lean Manufacturing: Gallus Smart Production Concept

Das Lean Manufacturing mit Six Sigma und Pit-Stop Ansätzen gewinnt auch in der Etikettenindustrie zunehmend an Bedeutung. Nebst der Selbstverständlichkeit der hohen Druckqualität erhält die Produktionseffizienz zusätzliches Gewicht, nämlich einerseits für die fehlerfreie Abwicklung der Aufträge und andererseits zum Erhalt der immer stärker unter Druck geratenden Margen.

Höchste Druckqualität

Unabhängig vom jeweiligen Druckverfahren ist allerhöchste Druckqualität ein Muss - und zwar zu möglichst tiefen Kosten. Dank maschinentechnischen Weiterentwicklungen sowie Qualitätsverbesserungen sämtlicher Druckhilfsmittel, wie z.B. Farben, Rasterwalzen, Klebeband, Druckplatten und Bedruckstoffe, kann der Flexodrucker heute höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden, was bis vor gar nicht allzu langer Zeit nur den Offset- und Tiefdruckern vorbehalten war.

Bedauerlicherweise werden heute noch in vielen Fällen die Möglichkeiten des Flexodrucks kaum ausgereizt, obgleich schon einige wenige, richtig gesetzte Massnahmen vielen Druckereien genügen würden, um ein grosses Potenzial zur Verbesserung ihrer Druckqualität ausschöpfen zu können. Das Potenzial steckt aber nicht nur in der Druckqualität, sondern auch in der Produktionseffizienz: Werden die Produktionsabläufe optimiert, verringern sich auch die Umrüstzeiten.

Aus Erfahrungen lernen

Selbstständiges „Learning by doing“ ist nur eine Möglichkeit,  sich Fachwissen anzueignen. Weitaus effizienter erweist sich das Weitergeben von gesammelten Erfahrungen durch geübte Drucker an  ihre weniger erfahrenen Berufskollegen. Letztere können sich so viel schneller das nötige Geschick für eine makellose Qualität der Arbeit aneignen. Im Gegensatz zu den sehr standardisierten Druckprozessen, wie zum Beispiel dem Offsetdruck, kann im Flexodruck durch die richtige Handhabung des Prozesses einiges an Effizienz gewonnen werden. Dabei ist das Zusammenspiel von Vorstufe und Druck, insbesondere von den dabei verwendeten Materialien wie Platte, Plattenunterbau oder Rasterwalze, entscheidend für das Resultat.

Mit Hilfe einer kundenspezifischen Prozess-Optimierung können Probleme von Anfang an eliminiert werden. Dies setzt eine gewisse Disziplin voraus, da es für den Flexodruck keine internationalen Standardisierungsrichtlinien gibt. Sind die hausinternen Prozess-Optimierungen aber einmal definiert, kann man sie einfach einhalten und umsetzen.

Jede Minute zählt

Druckmaschinen sind ein kostbares Investitionsgut und sollten möglichst immer ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, nämlich drucken. Das Einrichten einer Druckmaschine muss deswegen möglichst schnell über die Bühne gehen. Es verhält sich wie in der Formel 1: 1 Sekunde mehr oder weniger beim Boxenstopp kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Verliert der führende Rennfahrer beim Pit Stop auch nur 2 Sekunden, so benötigt er durchschnittlich über 3 Minuten, um diese verlorene Zeit im Rennen bei maximaler Geschwindigkeit wieder wett zu machen. Ähnlich sollte man die Jobwechsel an einer Druckmaschine betrachten: Jede verlorene Minute wirkt sich negativ auf das Endergebnis aus.

Um möglichst kurze Umrüstzeiten zu erzielen und dadurch die Effizienz zu steigern, bedarf es zwingend einer optimalen Produktionsumgebung, logischer und einfacher Abläufe sowie einer konsequenten Arbeitsaufteilung. Die Einsparpotenziale sind enorm: Schon eine kleine Reduktion der durchschnittlichen Rüstzeit um 5 Minuten erlaubt eine Mehrproduktion von einigen 100 Aufträgen pro Jahr. Dies wiederum ermöglicht eine Verkürzung der  Amortisation der Investition, die je nach Investitionshöhe bis zu 2 Jahre betragen kann.

Prozess-Optimierung

Beim Gallus Smart Production Concept wird anhand einer Analyse der kundenseitigen Produktion das mögliche Verbesserungspotenzial aufgezeigt, wobei die folgenden 3 Schwerpunkte beachtet werden: die Bewertung der Druckqualität, das Studium der Produktionsabläufe sowie die Begutachtung der Produktionsumgebung.

- Druckqualität: Die Druckresultate werden detailliert auf Druckfehler untersucht und ihre Gesamtqualität wird eingestuft. Ebenso muss die Nachhaltigkeit sichergestellt sein, d.h. es wird beobachtet, wie konstant sich die Druckqualität über längere Produktionen verhält und ob Verbesserungspotenzial vorliegt.

- Produktionsabläufe: Der Informations- und Materialfluss in der Produktion wird analysiert und auf vorhandene Ineffizienzen untersucht. Ein Augenmerk muss zudem auf die Systematik des Jobumrüstens gerichtet werden, wobei die Analyse der Gehwege des Druckpersonals als einfache Indikation dienen kann. Dabei untersucht man - einfach ausgedrückt - wie viele Meter oder Kilometer der Drucker pro Tag ausserhalb der Maschine zurücklegt. Dies zeigt deutlich, ob der Drucker an der Maschine gut  „bedient“ wird oder ob er selber für die Beschaffung aller notwendigen Druckutensilien verantwortlich ist. Weitere entscheidende Faktoren im Produktionsablauf sind  die bis zur Druckfreigabe benötigte Einrichtzeit und die Makulatur, welche im direkten Zusammenhang mit dem Grad der Optimierung stehen.

- Produktionsumgebung: Die Produktions- und Maschinenumgebung soll auf einen optimalen Materialfluss untersucht werden. Wichtig sind unter anderem ein angepasster Arbeitsplatz für effizientes Arbeiten an und um die Druckmaschine sowie ein optimales Arbeitsumfeld mit dem notwendigen Druckzubehör rund um die Druckmaschine herum, damit eine minimale Rüstzeit garantiert werden kann.

Seit mehreren Jahren führt Gallus solche Analysen bei Kunden durch. Die in der Expertise ermittelten Schwachstellen und entsprechenden Lösungsansätze werden mit dem Kunden erarbeitet und ihm präsentiert, so dass Gallus ein kundenspezifisches Konzept zur Erhöhung der Effizienz erstellen kann. Das Hauptziel des Gallus Smart Production Concepts ist die maximale Reduzierung der Job-Umrüstzeiten, bei denen die Einsparpotenziale enorm sind. Schon eine geringe Reduktion der durchschnittlichen Rüstzeiten um 5 Minuten pro Job eröffnet den Freiraum für eine Mehrproduktion von einigen Hundert Aufträgen pro Jahr. Dies wiederum ermöglicht eine  Verkürzung der Amortisation der Investitionen von bis zu zwei Jahren

Kontaktieren Sie uns, gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen zur Verfügung.


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