Ausgabe 31 / September 2012

Tiefere Kosten im Siebdruck mit Gallus Siebdruckplatten

Neben den bekannten und bewährten Siebdruckplatten der Standardlinie bietet Gallus mit der Gallus Screeny S-Line eine Produktreihe an, mit deren Verwendung die Kosten pro Etikette deutlich gesenkt werden können.

Spannungsfeld „geforderter Leistungslevel“ – „Herstellkosten pro Etikette“

Dem Etikettendrucker wird täglich die interessante Aufgabe zuteil, den drucktechnischen Leistungslevel, welchen der Etiketteneinkäufer an die Selbstklebeetikette stellt, mit dem Kunden zu definieren. Danach versucht die Etikettendruckerei den vereinbarten Leistungslevel möglichst wirtschaftlich zu produzieren – d.h., möglichst niedrige Kosten pro Etikette zu erreichen.

Geforderter Leistungslevel

Der für die Selbstklebeetikette geforderte Leistungslevel wird vom Etiketteneinkäufer durch die optische Erscheinung der Etikette und anhand der verwendeten Materialien definiert. Durch die einzelnen Leistungsanforderungen an die Farbdichte, die Reliefwirkung, den Glanzgrad oder die Flexibilität in der Substratwahl werden technische Parameter eingegrenzt. Diese technischen Parameter dienen letztendlich als  Entscheidungskriterien dafür, ob die Selbstklebeetikette im reinen Flexodruck oder in Kombination mit Siebdruck produziert wird. Aufgrund von technischen Erneuerungen kann heute der Flexodruck ein breiteres Leistungsspektrum anbieten als noch vor ein paar Jahren. Vergleicht man jedoch den Flexodruck mit dem Siebdruck, dann besteht immer noch ein Leistungsdelta, welches mit den gegenwärtigen technischen Möglichkeiten nicht überwunden werden kann.

Glanzgrad

Aufgrund der hohen Farbschichtdicken im Siebdruck weisen bedruckte Oberflächen  in diesem Druckverfahren auch ohne zusätzliche Veredelungsschritte bereits einen hohen Glanzgrad auf. Im Flexodruck hingegen ist die übertragbare Farbschichtdicke limitiert. Je nach Bedruckstoff, Farbe und gewünschtem Erscheinungsbild ist dann mit dem Lackieren ein weiterer Arbeitsschritt notwendig, um einen höheren Glanzgrad zu erreichen.

Farbdichte

Bei der densitometrischen Messung wird bei einer hohen Farbdichte viel Licht vom Messgerät absorbiert, was zu einer niedrigen Remission führt. Ist dies der Fall, dann sieht das menschliche Auge einen kräftigen Farbton auf der gemessen Oberfläche. Um diesen kräftigen Farbton zu erhalten, muss viel Farbe auf dem Bedruckstoff vorhanden sein, d.h. es muss beim Drucken eine hohe Farbschicht übertragen werden können. Will man beispielsweise eine schwarze Schrift auf ein transparentes Selbstklebematerial drucken, dann lässt sich dies im Siebdruck aufgrund der hohen Farbdichte mit nur einer Farbe bewerkstelligen. Im Flexodruck hingegen müssen mehrere Farben verwendet werden, um eine erhöhte Farbdichte erzielen zu können.

Reliefwirkung

Eine Reliefwirkung im Druck wird erreicht, wenn ein haptisch spürbarer oder optisch wahrnehmbarer Höhenunterschied zwischen Bedruckstoff und Druckfarbe vorhanden ist. Je grösser diese Höhendifferenz ist, desto signifikanter ist die Wahrnehmung dieser Unterschiede. Im Siebdruck können Farbschichtstärken zwischen 5 – 280 µ auf den Bedruckstoff übertragen werden. Im Flexodruck hingegen ist es nur möglich, Farbschichtstärken zwischen 1 – 5 µ zu übertragen. Dieses technische Leistungsdelta ist der Grund dafür, dass bis zum heutigen Tage Spezialeffekte, wie zum Beispiel Reliefs, nur im Siebdruck zufriedenstellend produziert werden können.

Substratwahlfreiheit

Da im Siebdruck eine höhere Farbdichte besteht, ist auch die Substratwahlfreiheit grösser als im Flexodruck: Im Siebdruck können die Druckbilder sowohl auf raues Papier als auch auf transparente Oberflächen gedruckt werden. Das Wechseln des Bedruckstoffes ist einfach und das Druckbild bleibt auf beiden Bedruckstoffen identisch. Im Flexodruck dagegen müssen je nach Bedruckstoff repro- und drucktechnische Lösungen gefunden werden, bei denen aber ein deutlicher Unterschied des Druckbildes erkennbar ist. Als Beispiel soll hier nur das Unterlegen von transparenten Etiketten mit Deckweiss genannt werden.

Der „geforderte Leistungslevel“ beeinflusst die „Herstellkosten pro Etikette“

Man kann also sagen, dass eine Selbstklebeetikette mit einem hohen optischen Erscheinungsbild auch tendenziell höhere Kosten pro Etikette aufweist, weil das hohe optische Erscheinungsbild durch einen grösseren technischen Aufwand realisiert werden muss. Im Flexodruck lässt sich ein höherer Leistungslevel nur durch höhere Kosten pro Etikette realisieren, während im Siebdruck der geforderte Leistungslevel mit sinkenden Kosten bewerkstelligt werden kann.

Bild: Siebdruck in Kombination mit Flexodruck

Glanzgrad, Farbdichte und Reliefwirkung im Siebdruck sind nach wie vor unerreichbar für den Flexodruck

Kostentreiber im Flexodruck

Um den geforderten Leistungslevel zu erreichen,  muss man im Flexodruck Investitionen bewerkstelligen, verbesserte Verbrauchsmaterialien zur Verfügung stellen und Mehrarbeit leisten. Das alles treibt die Kosten in die Höhe. Ein Beispiel für die Investition in technische Innovationen sind speziell geformte Rasterwalzen , mit denen man im Flexodruck höhere Farbschichten übertragen kann als noch vor einigen Jahren. Auch sind – was den Faktor der Farbdichte anbelangt – heutzutage verbesserte Verbrauchsmaterialen in Form von speziellen Flexodruckfarben, welche besondere Farbpigmente beinhalten,  erhältlich. Diese weisen aber  in der Regel auch einen höheren Bezugspreis auf. Gewisse Leistungslevels lassen sich im Flexodruck nur durch Mehrarbeit erzielen - Stichwort „Double bump“. Beim „Double bump“ wird das Druckbild zwei Mal im Flexodruck aufgetragen. Dies bedeutet eine Mehrarbeit (2 x Platten, 2 x Druckwerk, Registeranforderung), die letztendlich auch die Kosten pro Etikette steigert.

Kostensenkung im Siebdruck mit Gallus Screeny S-Line

Mit der Gallus Screeny S-Line können die Leistungsanforderungen, welche der Etiketteneinkäufer an die Selbstklebeetikette stellt, genauso erfüllt werden wie mit den equivalenten Gallus Screeny Standardsorten. Aufgrund verbesserter technischer Eigenschaften des Siebes (mehr Stabilität des Gewebes, höhere Gesamtrobustheit) ist es aber möglich, Gallus Screeny S-Line öfter wiederzuverwenden. Durch ein mehrfaches „Re-use“ ist somit eine Kostensenkung pro Etikette möglich.

Der Siebdruck bietet höchsten Leistungslevel bei gleichzeitig sinkenden Kosten

Um die vom Kunden geforderten optischen Erscheinungsbilder realisieren zu können, wird der Etikettendrucker auch zukünftig auf den Siebdruck zurückgreifen, weil dieser nach wie vor den geforderten Leistungslevel für Spezialanwendungen im Vergleich mit anderen Druckverfahren am besten bedienen kann. Das Interessante dabei ist, dass die Etikettendruckerei hierbei aber mit sinkenden Kosten pro Etikette rechnen kann, da Gallus mit der Gallus S-Line eine Produktreihe anbietet, die einen höheren „Re-use“ der Siebdruckform erlaubt und dadurch die Kosten pro Etikette senkt.


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