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Rotakett und Gallus – wenn Synergien Früchte tragen

Der Gründer von Rotakett, Bengt Eliason, begann seine Laufbahn in der Haftetikettenbranche 1968 zusammen mit einem Teilhaber. Schon damals kam eine Reihe von Gallus Maschinen zum Einsatz. Nach Verkauf seines ersten Unternehmens im Jahre 1988 erwarb Eliason eine angeschlagene Etikettendruckerei, welche  durch Umstrukturierung zum Unternehmen Rotakett wurde, das heute 28 Mitarbeiter beschäftigt. Dieses zog 1991 an seinen jetzigen Standort und hat seine Fläche seitdem in mehreren Phasen auf 2400 Quadratmeter vergrössert. Eine weitere Verdopplung der Fläche steht mit dem Bezug des neuen Werks an, das sich derzeit im Bau befindet.

Durch die ganze Firmengeschichte hindurch kann man zwei rote Fäden erkennen: die Familie Eliason bei Rotakett und die Familie Rüesch bei Gallus, die gemeinsam grosse Synergien erzielt haben. Eliason meint dazu: „Wir waren schon immer davon überzeugt, dass man Qualität braucht, um Qualität zu produzieren. In den Nischenmärkten, die wir bedienen, gibt uns die Gallus-Technologie genau den Wettbewerbsvorteil, den wir brauchen. Wir haben immer eng mit Gallus zusammengearbeitet, und beide Unternehmen haben davon profitiert.“

Rotakett Gallus RCS

Anders Eliason und sein Vater Bengt mit der Gallus RCS 330, die beide als beste Allround-Druckmaschine für den Mix qualitativ hochwertiger Etiketten beschreiben, der bei Rotakett produziert wird.

Im Rahmen dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit wurden bei Rotakett zwei neue Gallus-Flexodruckmaschinen installiert: eine Gallus EM 280 mit zehn Farben im Jahr 2004 und eine Gallus EM 280 mit acht Farben im Jahr 2007. Zuvor waren Flexoaufträge auf einer Rotations-Buchdruckmaschine Gallus R 160B produziert worden, die mit von Rotakett selbst entwickelten Flexodruckköpfen versehen war. Die beiden Gallus EM 280 Maschinen sind technisch sehr hochwertig ausgestattet und bieten eine grosse Palette von Optionen, d.h. neben UV-Flexo- und Siebdruck auch Heissfolienpräge- und Kaltfoliendruck, sowie die Möglichkeit, zu kaschieren oder die selbstklebende Seite der Bahn zu bedrucken. Die 2004 gekaufte Maschine leitete den Einstieg in die dedizierte Flexoproduktion ein, durch die der Firmenumsatz heute auf 56 Millionen SEK (ungefähr 7 Millionen Euro) gestiegen ist.
Eine weitere Partnerschaft hat sich im Lauf der Zeit zwischen Rotakett und Labelgraphics entwickelt, einem britischen Unternehmen, das in Clydebank am Rand von Glasgow ansässig ist. Labelgraphics vertritt eine ähnliche Unternehmensethik wie Rotakett und besitzt fast identische Gallus Maschinen. Die beiden Unternehmen tauschen Ideen aus und stellen sich gegenseitig Ausweichkapazitäten für den Fall eines grösseren Produktionsproblems in einem der Werke zur Verfügung.
Die Hauptmärkte von Rotakett sind Etiketten für den Wein- und Spirituosenhandel, für Körperpflegemittel und für die Tabakindustrie in Form von Schnupftabak. Gerade letzteres Produkt, das sich in Skandinavien grosser Beliebtheit erfreut, besitzt laut Bengts Sohn Anders Eliason, der den Betrieb heute als Geschäftsführer leitet, gutes Wachstumspotenzial. Er erklärt: „Schnupftabak ist insofern ungewöhnlich, als dass das schwedische Gesetz jegliche Werbung dafür verbietet und er in Norwegen noch nicht einmal ausgelegt werden darf. Trotzdem steigt sein Absatz immer weiter an – das ist ein echter Nischenmarkt!“
Der Körperpflegemarkt hingegen war, wie Eliason weiss, früher grösser, doch viele der Hersteller haben mittlerweile ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagert und kaufen ihre Etiketten jetzt bei örtlichen Lieferanten in der Nähe ihrer Werke ein. Die Konkurrenz auf diesem Markt geht von niederländischen und italienischen Etikettendruckereien aus, doch laut Eliason können es nur wenige mit der Qualität und den innovativen Techniken aufnehmen, die das Fundament für den Erfolg von Rotakett bilden.
Ein Beispiel für die qualitativ hochwertigen Produkte des Unternehmens sind auch die Weinetiketten, die  an schwedische Firmen gehen, welche den Wein en gros importieren und vor Ort für den Staatsbetrieb Systembolaget abfüllen, der in Schweden das Monopol auf den Einzelhandel mit Alkohol hat.
Der Entschluss von Rotakett sich aus dem Markt für Lebensmitteletiketten herauszuhalten, ist allerdings nachvollziehbar. Eliason erklärt: „Hochvolumige, margenschwache Aufträge sind nichts für uns. „Preislich können wir mit den grossen Etikettendruckkonzernen nicht konkurrieren, und die damit verbundenen Risiken würden die potenziellen Vorteile bei Weitem überwiegen. Unser Schwerpunkt liegt auf den Premiumetiketten mit einem hohen Zusatznutzen, die wir mithilfe spezieller Techniken und in manchen Fällen durch den Einsatz schwieriger Substrate produzieren. – Das ist unser Know-how, das ist das, was wir mit Gewinn verkaufen können.“
Wie die meisten Druckereien hat auch Rotakett in jüngster Zeit einen Rückgang der Auflagenhöhen zu verzeichnen. Typische Aufträge liegen heute bei rund 4000–5000 Längenmetern. Praktischerweise hat Rotakett jedoch einen Dauervertrag mit einem führenden Wodkahersteller, der für ausreichend Volumen und das nötige Mass an Produktionsflexibilität für die Abwicklung kleiner Auflagen sorgt. Da die Wodka-Etiketten auf Lager produziert und dem Kunden auf Abruf geliefert werden, kann Rotakett nämlich seine Druckmaschinen ständig in Betrieb halten. Das Unternehmen arbeitet derzeit in zwei Schichten, fünf Tage die Woche, wird aber in naher Zukunft auf einen Dreischichtbetrieb umzustellen.
Als Reaktion auf die immer kleiner werdenden Auflagen, die zugleich auch mehr Variation erfordern, hat Rotakett im Jahr 2011 eine Gallus RCS 330 installiert. Diese komplett servoangetriebene Achtfarben-UV-Flexodruckmaschine mit Rotasiebdruck, Kaltfoliendruck und Kaschierung hat sich durch ihre breitere Bahn sofort als vorteilhaft für das Weinetikettengeschäft des Unternehmens erwiesen. Anders Eliason erklärt: „Die Maschine gibt uns die Möglichkeit, mehr Substrate mit hoher Geschwindigkeit ohne Qualitätsverlust zu verarbeiten. Sie ist zudem ideal für kleine Auflagen, weil sie sich so schnell von einem Auftrag auf den nächsten umrüsten lässt. Der Servoantrieb ermöglicht eine einfache Einrichtung und Steuerung und sorgt für erstklassige Druckqualität, ganz ohne Zahnstreifen.“ Der Schlüssel für die raschen Jobwechsel ist das „Boxenstopp“-Prinzip von Gallus: Hierbei werden – wie im Autorennsport – alle Elemente des neuen Auftrags offline vorbereitet, um für den Einsatz durch das gut geschulte Team bereitzustehen, sobald die Maschine stoppt.
Laut Bengt Eliason konnte die neue Druckmaschine auch die Arbeitsmoral im Werk verbessern, da die Mitarbeiter stolz darauf sind, bei einem Unternehmen arbeiten zu dürfen, das solch fortschrittliche Technik einsetzt. „Es ist zwar im Wesentlichen immer noch eine Gallus Flexodruckmaschine, aber sie erfordert schon eine neue Denk- und Arbeitsweise. Wir haben daher jene Mitarbeiter aus den Gallus EM 280 Teams ausgewählt, die unseres Erachtens am wenigsten Mühe mit der Umstellung haben würden. Die Gallus RCS 330 ist eine Maschine, die man einrichtet und laufen lässt. Man darf nicht versucht sein, ständig Anpassungen vorzunehmen: Man muss ihr vertrauen. Die Maschine bringt keine neue Flexotechnologie, sie sorgt einfach nur dafür, dass bestehende Techniken viel besser funktionieren – und genau das gibt uns den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.“

Angesichts der Weinetiketten, die für das Geschäft von Rotakett eine zentrale Rolle spielen, hätte auch die Gallus Offsetdruckmaschine GallusTCS 250 eine gangbare Alternative zur Gallus RCS mit ihrem geringeren Beistelldruck auf texturierten Substraten darstellen können. Doch Anders Eliason vertritt die Ansicht, dass man mit der HD-Flexo-Technik, kombiniert mit einer Prägung nach dem Druck auf ungestrichenen Substraten, eine Offsetwirkung mit schärferem Finish erzielen kann. Ausserdem sei die breitere Bahnbreite von 330 mm für die Produktionseffizienz entscheidend. „Wir haben die Gallus TCS 250 durchaus in Betracht gezogen, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass die Gallus RCS 330 eine bessere Allround-Druckmaschine für den Auftragsmix ist, mit dem wir es hier zu tun haben. Die zusätzliche Effizienz, die sie bietet, ist beträchtlich“, meint Eliason.
Bei einem Umsatz, der auf die 7 Millionen Euro zugeht und praktisch auf zwei Druckmaschinen – der Gallus EM 280 und der Gallus RCS 330 – erzielt wird (für eingeschränkte Aufträge hat das Unternehmen noch eine ältere Gallus Q33), ist verständlich, dass Rotakett seinen Neubau sowie eine weitere Druckmaschine braucht, um das angestrebte Wachstum erzielen zu können. „Wir wollen unser Geschäft innerhalb unseres bestehenden Kundenportfolios ausbauen, weil wir die Anforderungen des skandinavischen Markts verstehen. Exporte sind für uns nur von Interesse, wenn es sich um Nischenmärkte handelt, in denen wir unser fachliches Know-how und unsere spezialisierte Technologie einsetzen können“, erläutert Bengt Eliason. Ein spezielles Beispiel dafür stellen die von Rotakett produzierten 3D-Etiketten dar, die in optischer Hinsicht auffallen und nach erfolgreicher Erprobung auf Shampooflaschen jetzt im Spirituosenmarkt getestet werden. Als manipulationssichere Etiketten bieten sie zudem eine einzigartige Sicherheitsfunktion.
Rotakett macht  zwar umsatztechnisch weniger als fünf Prozent des skandinavischen Etikettenmarkts aus, doch das Unternehmen hat sich mithilfe der Gallus-Technologie eine höchst effiziente und erfolgreiche Nische geschaffen. Bengt Eliason bilanziert: „Der Spruch ‚Big is beautiful‘ ist nicht immer zutreffend!“.

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